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Bürgern wird viel Geduld und Verständnis abverlangt – Verzögerungen bei wichtigen Baumaßnahmen in Wachtberg

Wachtberger Bürger schauen mittlerweile besorgt in den Lokalteil ihrer Zeitung, weil sie befürchten, neue Hiobsbotschaften über Verzögerungen, Komplikationen und neuen Erkenntnissen bei wichtigen Baumaßnahmen der Gemeinde zu entdecken. Sie sind verärgert, befürchten Kostensteigerungen und machen sich Luft über ihren Unmut. Die Verärgerung ist verständlich, zumal ihnen die Aussagen von Herrn Ostermann, dem Beigeordneten der Gemeinde, bei der Vorstellung des jeweiligen Projektes noch ganz anders in Erinnerung sind.

Die Neueröffnung des Netto-Marktes an der Konrad-Adenauer-Straße in Niederbachem zum Beispiel war für Ende 2016 angekündigt. Endlich sollte die Lücke bei der Nahversorgung nach Schließung des CAP-Marktes geschlossen werden. Inzwischen sind jedoch Meldungen zu hören und zu lesen, die besorgniserregend sind und Zweifel über eine (zeitnahe) Fertigstellung aufkommen lassen. Baustopp, Risse an bestehenden Gebäuden, Stromausfälle bei den Anwohnern und Sorgen um die Statik des Hangs lassen nichts Gutes ahnen. Die UWG hatte schon von Beginn an mehrfach darauf hingewiesen, dass ein Standort im Ortszentrum optimaler sei – insbesondere, da auch seit langem allgemein bekannt ist, dass der Baugrund in Niederbachem für Baumaßnahmen problematisch sein kann. Die Hanglage verschärft an diesem Standort die Problematik noch.

Das schwere Unwetter am 04. Juni 2016 ist vielen Wachtberger Bürgern noch in leidvoller Erinnerung. Neben erheblichen privaten Schäden wurde auch die gemeindliche Verkehrsinfrastruktur empfindlich getroffen. In Pech wurden zwei Brückenbauwerke komplett zerstört. Deshalb beauftragte der zuständige Fachausschuss bereits in seiner Sitzung am 21.06.2016 ein Ingenieurbüro mit den Planungen für den Ersatzneubau und bereits Ende 2016 sollten die Bauarbeiten an der Pecher Hauptstraße beginnen. Bis heute ist jedoch noch nicht einmal eine Vorplanung vorgestellt worden. Inzwischen war der Presse zu entnehmen, dass mit den Bauarbeiten erst im Sommer begonnen werden soll. Nach wie vor beschweren sich die Anlieger auch bei der UWG über eine unzumutbare Lärmbelästigung, die durch das Überfahren der Behelfsbrücke entsteht. Erst der Druck aus der Politik veranlasste die Bauverwaltung der Gemeinde, nach Lösungen hierfür zu suchen.

Verzögerungen hat es auch beim Bau des „Zukunftsweges“ in Villiprott und bei der Erneuerung der Bachverrohrung sowie dem Straßenausbau „Ahrweiler Straße“ in Berkum gegeben. Beide Projekte wurde Mitte Juli letzten Jahres beauftragt. Bis heute sind beide Vorhaben immer noch nicht fertiggestellt. Die Verzögerungen bei der „Ahrweiler Straße“ wurden sogar neulich in einem WDR-Fernsehbeitrag thematisiert, in dem auch die betroffenen Anwohner ihren Ärger und ihr Unverständnis über die immer noch andauernden Baumaßnahmen äußerten.

Wie sind diese Fehlplanungen zu erklären? Hat es eine Verkettung unglücklicher Umstände gegeben? Sind böse Mächte über Wachtberg hereingebrochen? Oder mangelt es der Bauverwaltung an Kompetenz, die Bauvorhaben fachlich und realistisch zu planen und in den richtigen Zeitrahmen zu setzen?

Die UWG fragt sich: Was soll den Bürgern denn noch alles zugemutet werden? Wie können bei zukünftigen Projekten so grobe Fehleinschätzungen vermieden werden?

Dass es auch anders geht zeigt der Brückenneubau auf der L 123 bei Arzdorf. Er konnte knapp sechs Monate nach dem schwerwiegenden Unwetter durch den Landesbetrieb Straßenbau NRW fertiggestellt werden. Auch der Bau der Brücke für die Ortsumgehung Gimmersdorf, die vom Rhein-Sieg-Kreis beauftragt wurde und Ende März fertiggestellt sein soll, liegt im Zeitplan.

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