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Charme eines Nato-Feldflugplatzes – UWG fordert Rücknahme der Bauplanung für die Gestaltung der Wachtberger Mitte

12. Mai 2013

Zweites Einkaufszentrum ist für Wachtberg und Nachbarkommunen in Berkum falsch plaziert

Wachtberg. Die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) in Wachtberg kritisiert die von CDU und FDP vorgeleg-ten Bebauungsabsichten im Bereich Wachtberg-Mitte. „So entsteht sicherlich kein Mischgebiet mit Wohnen, Gewerbe und Verkauf sondern lediglich ein zweites Ein-kaufszentrum, das keiner so richtig will. Statt der ursprünglich vorgesehenen Plätze mit Aufenthaltscharakter wer-den Discounter und andere fantasielose Hallenbauten dieses exponierte Areal verschandeln. Schon jetzt hat die Wachtberger Mitte rund um das Einkaufszentrum (EKZ) in Berkum den Charme eines Nato-Feldflugplatzes an-genommen,“ beklagt die UWG-Vorsitzende Angelika Schmidt aus Züllighoven die zur Offenlage vorgesehenen Ausbaupläne von CDU und FDP.

Die Architektin und sachkundige Bürgerin im Bauausschuss der Gemeinde fordert von CDU und FDP die Rück-nahme der nach ihrer Auffassung misslungenen Planungen. Nach Ansicht der UWG finden in den kritisierten ak-tuellen Planungen weder die gewünschte Durchmischung noch ein akzeptabler Übergang zwischen Wohngebieten und EKZ statt. Stattdessen würden zu viele Zweckbauten auf zu kleinen Flächen dominieren.

Zuvor hätten sich jedoch alle im Rat vertretenen Parteien einhellig dafür ausgesprochen, in dem Übergangsgebiet zwischen dem Wohngebiet an der Alten Molkerei, dem Rondo und dem bestehenden Einkaufszentrum ein Misch-gebiet zu realisieren. Der nun zur Offenlage von CDU und FDP beschlossene Bebauungsplan weise jedoch den überwiegenden Teil von Wachtberg-Mitte als Sondergebiet aus, in dem ein Wohnen nicht zulässig sei. Im Mischgebiet solle dann das Ver-hältnis von 60% Gewerbe- oder Verkaufsfläche zu 40% Wohnfläche gelten.

Angelika Schmidt befürchtet, dass so ein Areal nach 22 Uhr zum dunkelsten Gebiet von Wachtberg verkommt. Auch die geforderten Sichtachsen zum Siebengebirge würden nunmehr zu schmalen Gassen degradiert und erfahrungsgemäß schnell zu finsteren sowie schmutzigen Ecken verlottern. Zudem würden Gebäude unsinnig zusam-men gepfercht, um mehr Flächen vermarkten zu können. Damit gehe auch die zuvor gewünschte Kleinteiligkeit verloren.

„Das jetzt geplante Sondergebiet geht an den Wünschen und Bedürfnissen der Wachtberger Bürgerschaft völlig vorbei. Es sorgt zudem mit seiner Konzentration von Geschäften für Ärger in den Nachbarkommunen wie Me-ckenheim, Rheinbach und Bonn,“ gibt die UWG-Vorsitzende zu bedenken.

Es sei daher nur folgerichtig, dass sich die Ratsgremien erneut mit der Planung von Wachtberg Mitte befassen müssen. Dieses wichtige Areal müsse mit einem ansprechenden Aufenthaltscharakter zu einem Anziehungspunkt von ganz Wachtberg entwickelt werden. Bis auf CDU und FDP haben sich die anderen Ratsfraktionen für eine lebendige Wachtberger Mitte ausgesprochen. Bei der Offenlage der verfehlten Planung sollte die Wachtberger Bürgerschaft diese Qualitätsansprüche ebenfalls einfordern“ machte Angelika Schmidt deutlich.

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