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Ortsumgehung Gimmersdorf kommt

21. Juni 2012

„Ortsumgehung Gimmersdorf kommt“ – lautete der Tenor einer Presseerklärung der Gemeinde Wachtberg vom 15. Juni. Mit der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes Münster, den Antrag auf Zulassung einer Berufung abzuweisen, ist der Planfeststellungsbeschluss zur Ortsumgehung Gimmersdorf nun rechtskräftig geworden und das über vier Jahrzehnte währendes Tauziehen der zur verkehrstechnischen Entlastung des Ortes zwingend notwendigen Straße hat einen entscheidenden Schritt genommen. Vorausgegangen war ein Verfahren beim Verwaltungsgericht Köln, das den Einspruch eines Klägers gegen die Planfeststellung abgewiesen hatte.

„Für die Bürgerinnen und Bürger unseres Ortes ist dies ein guter Tag“, erklärt der Vorsitzende der Ortsvertretung Gimmersdorf, Thomas Kühlwetter, und freut sich mit ihnen über die wegweisende Entscheidung aus Münster, die eine wesentliche Entlastung, insbesondere für die direkt an den Durchfahrtsstraßen lebenden Dorfbewohner, in greifbare Nähe rücken lässt. Im Jahr 2014 will der Rhein-Sieg-Kreis den Bau der Ortsumgehung realisieren, zuvor müssen noch weitere Planungsarbeiten und Verhandlungen mit Grundstückseigentümern durchgeführt werden. Als Mitglied der UWG und in jetzt 27–jähriger Mitgliedschaft in der Ortsvertretung Gimmersdorf hat er dazu beigetragen, gemeinsam mit damaligen und heutigen Mitstreitern die Ortsumgehung politisch auf den Weg und bis zum heutigen Stand zu bringen. Diskussionen um die richtige Linienführung oder Umweltverträglichkeitsstudien – durchgeführt im Auftrag des Kreises – führten damals zu langen Debatten im Ort. Bei einer Befragung, durchgeführt von den damaligen Mitgliedern der Ortsvertretung, unterstrichen über 90 % der Gimmersdorfer Einwohner durch ihre Unterschrift die Forderung nach der Ortsumgehung und gaben der Politik damit ein deutliches Votum.

Kühlwetter räumt ein, dass er persönlich – genau wie einige andere Bürger – sich damals eine Linienführung entlang der sogenannten „Alten Straße“ gewünscht hätte. Dies hätte den Vorzug gebracht, dass durch eine direkte Anbindung an den Wachtbergring nicht nur Gimmersdorf vom Durchgangsverkehr entlastet worden wäre, sondern auch der Ort Berkum. Zudem hätte man durch eine Straßenführung weitgehend entlang bestehender Feldwege die Zerschneidung der landwirtschaftlich hochwertigen Flächen auf ein Minimum reduzieren können. Beim Rhein-Sieg-Kreis stieß dieser Vorschlag jedoch mit dem Argument, dass dies eine völlig neue Straße mit deutlich negativeren Folgen für die Umwelt sei, auf klare Ablehnung. Also verfolgten die Mitglieder der Gimmersdorfer Ortsvertretung und des Wachtberger Rates die so genannte „ortsferne Trasse“, die im Vergleich zu einem weiteren Linienführungsvorschlag des Kreises einen größeren Radius um den Ort schlägt und damit auch einen weiteren Abstand zur bestehenden Wohnbebauung wahrt.

Mit einer Änderung im östlichen Teil, erwirkt durch einen Einspruch nach Offenlage, ist die Linienführung der „ortsfernen Trasse“ nach der Entscheidung aus Münster nun bestätigt und der Planfeststellungsbeschluss rechtskräftig. Die Änderung der Linienführung führte nicht nur zu einen zeitlichen Verzögerung von mindestens zwei Jahren, weil eine nochmalige Offenlage notwendig wurde, sie stieß auch bei den dadurch stärker betroffenen Grundstückseigentümern verständlicherweise auf Widerstand und Unverständnis.

Mit dem Spruch aus Münster sind die Realisierung der Straße und die unabdingbare Entlastung des Ortes vom Durchgangsverkehr nun einen großen Schritt nach vorne gekommen. Der Ortsvertretungsvorsitzende erinnert den Kreis an seine Zusage für eine zügige Umsetzung des Vorhabens, sobald die Planung einen rechtskräftigen Status erlangt habe und hofft, dass die mit einigen Grundstückseigentümern noch offenen Verhandlungen möglichst im gegenseitigen Einvernehmen geführt und die Planungsarbeiten zeitgerecht voranschreiten können, damit – wie vom Kreis signalisiert – mit den Bauarbeiten im Jahr 2014 begonnen werden kann. Verbunden damit ist auch die Hoffnung, dass die unvermeidbaren Einschnitte in die Natur das Landschaftsbild nicht über Gebühr strapazieren sowie die Hoffnung auf eine sichere Straße.

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