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Wachtberg: Gemeinde oder Stadt?

Sind 16 Dörfer schon eine Stadt?

Stadtrecht für Wachtberg?

Vielleicht werden Sie demnächst beim Blick auf das Eingangsschild zu Ihrem Ort den Schriftzug „Gemeinde Wachtberg“ vergeblich suchen. In drei aufeinanderfolgenden Jahren hat die Gemeinde Wachtberg jetzt die Zahl von 20 000 Einwohnern überschritten und damit faktisch die Voraussetzungen erfüllt, ihren über 40 Jahre bewährten Gemeinde-Status gegen den Status einer Stadt zu tauschen.

Die Diskussion in den Gremien der Gemeinde und sicher auch innerhalb der Bevölkerung ist angestoßen und nach Auffassung der UWG gilt es nun, mit detailliertem Zahlenmaterial und fachlich nachvollziehbaren Argumenten des Für und Wider klar gegeneinander abzuwägen. Dabei dürfen nach UWG-Meinung nicht nur mögliche kurzfristige Entscheidungen im Vordergrund stehen. Wichtig ist vielmehr eine für die Bürger Wachtbergs auch unter nachhaltiger Betrachtung positive Entscheidung zu treffen.

Hintergrund der gegenwärtigen Diskussion ist zum einen die mit den Stadtrechten verbundene größere Freiheit der Kommune. Diese spiegelt sich z.B. durch eine eigenständige Bauaufsichtsbehörde, ein eigenes Rechnungsprüfungsamt, verbesserte Gestaltungsmöglichkeiten bei Verkehrsangelegenheiten oder ein eigenes Jugendamt wieder. Auf der anderen Seite hat vor allem die in den zurückliegenden Jahren ständig gestiegene Jugendamtsumlage (in 2007 2,67 Mio. €, 2008 3,67 Mio. € und für 2009 geplante 4,01 Mio. €), die neben der allgemeinen Kreisumlage (aktuell 6,1 Mio. €)) an den Rhein-Sieg-Kreis zu entrichten ist, die Gespräche ins Rollen gebracht.

In einem ersten Kostenvergleich hat der Bürgermeister auf Grundlage der Zahlen für 2008 ein jährliches Einsparpotential von 700 000 € ermittelt. Voraussetzung wäre, dass Wachtberg den Gemeindestatus aufgeben und als Stadt z.B. mit der Stadt Meckenheim ein gemeinsames Jugendamt unterhalten würde.

Ein Wechsel zur „Stadt“ würde für die Verwaltung Wachtbergs natürlich auch eine Erweiterung des Personals bedeuten. Die zusätzlichen Mitarbeiter sollen nach derzeitigen Erwägungen in den bestehenden Räumen der Verwaltung durch Mehrfachbesetzung von Büros ausreichend Platz finden können. Nicht enthalten im ersten Kostenvergleich sind jedoch die Aufwendungen für die Errichtung dieser neuen Arbeitsplätze. Die Kosten für eine mögliche Rathauserweiterung – falls die vorhandenen Kapazitäten dann doch nicht reichen sollten – sind ebenfalls nicht im Kostenvergleich enthalten. Schon fast makaber mag es klingen, dass z.B. auch ein Zuzug von Familien mit Kindern, die eine Jugendhilfe beanspruchen, das rechnerische Einsparpotential erheblich schwinden ließe.

Neben der ökonomischen und an reinen Sachargumenten orientierten Diskussion darf aber auch die emotionale Ebene, d.h. wie stehen Sie als Bürger zur Frage „Gemeinde Wachtberg oder Stadt Wachtberg“ nicht völlig ausgeblendet werden. Wie bestimmend ist der Dorfcharakter für Ihr Leben im Drachenfelser Ländchen? Im Gegensatz zu unseren Nachbarstädten Rheinbach und Meckenheim verfügt Wachtberg noch über eine vergleichsweise gering entwickelte Infrastruktur, ein echtes Stadtzentrum fehlt. Sind 16 Dörfer schon eine Stadt?

Soll Wachtberg Gemeinde bleiben oder Stadt werden? Nach vorliegendem Kenntnisstand steht die UWG einem Wechsel hin zum Stadtstatus für Wachtberg eher skeptisch gegenüber und bittet Sie um Ihre Meinung.

Geben Sie daher Ihre Stimme bei der Umfrage in der rechten Seitenleiste ab. Ihre Meinung ist uns wichtig! Benutzen Sie daher die Kommentarfunktion zu diesem Artikel oder das nachstehende Kontaktformular und diskutieren Sie mit uns, ob Wachtberg das Stadtrecht beantragen sollte oder nicht.

Wachtberg: Gemeinde oder Stadt? - Meine Meinung dazu
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Kommunalwahl 2009

  1. Michael Ruck
    2. August 2009, 18:49 | #1

    Ich finde es gut wenn Wachtberg Stadtrechte bekommt. Dann ist die Gemeinde unabhängiger vom Kreis und kann viele Bereiche (bspw. Jugendarbeit, Sozialwesen etc.) besser und flexibler gestalten. Außerdem entstehen dadurch neue Stellen für die Verwaltung, die im besten Fall durch Wachtberger Bürger besetzt werden.

  2. Eberhard Drück
    13. August 2009, 08:21 | #2

    Das Hauptargument der Verwaltung für die “Stadt” ist ja die angebliche Kostenersparnis von 700 000 Euro. Diese Zahl hätte ich gerne belegt, d.h. vorgerechnet. Mehr Personal ist zwangsläufig – und das sind die höchsten Kosten. Wie immer, wenn man politisch etwas durchsetzen will, werden die Kosten klein gerechnet und die angebliche Erparnis aufgebauscht. Also: bitte nicht nur pauschal sagen, 7090 000 Ersparnis, sondern diese Zahl belegen! Denn: “Stadt” Wachtberg ist schlichtweg lächerlich.

  3. Hildegard Hombach-Müller
    23. August 2009, 22:57 | #3

    Für mich ist Wachtberg eine Gemeinde und keine Stadt. Außer der entsprechenden Einwohnerzahl zeigt Wachtberg keinerlei Charakteristika einer Stadt. Das Argument, Wachtberg würde sparen, wenn es vom Status der Gemeinde zur Stadt mutiert, kann ich nicht nachvollziehen. Und solange die Verkehrsanbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln unter den verschiedenen Ortsteilen so katastrophal ist, kann man nur von ländlicher Gemeinde sprechen. Aus Pech gibt es ja noch nicht einmal eine Verkehrsanbindung an das Zentrum Berkum. geschweige denn Orte wie Arzdorf, Werthoven etc. Das Anrufsammeltaxi gibt sich alle Mühe, kommt aber dem Bedarf nicht hinterher. Also als Stadt sehe ich Wachtberg beim besten Willen nicht.

  4. Diethelm Bopp
    24. August 2009, 23:03 | #4

    Auf die Gemeinde kommen höhere Verwaltungskosten zu, ohne dass die Umlagen an die Kreisverwaltung im gleichen Maße sinken.
    Zudem ist die Dorfstruktur von Wachtberg nicht vorteilhaft für ein Stadtgebilde. Zwangsläufig würde der Sitz der Gemeindeverwaltung in Berkum zu einer unnatürlichen Ausweitung der Dorfstruktur von Berkum führen.

  5. Ursula Fabelje
    1. September 2009, 19:28 | #5

    Ich bin dezidiert dagegen, dass Wachtberg Stadt wird.

  6. Tom Petersen
    3. Oktober 2009, 19:16 | #6

    Hallo Wachtberger !

    Wachtberg IST und SOLL eine GEMEINDE bleiben !

    tom-live.de

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